PiriRobert ging am Strand spazieren, wie jeden Tag, und wie immer gefolgt von seinem Threevec, einem dreirädrigen Lastenfahrrad, das leise fünf Meter hinter ihm surrte. Vor ein paar Monaten, kurz vor seiner Pensionierung, hatte er das Upgrade erhalten, als Abschiedsgeschenk von seiner Poststelle sozusagen. Jetzt war das Threevec komplett auf ihn abgestimmt. Neben der ursprünglichen Bedienung per Smartphone konnte er es auch über Gesten, die das Gefährt wie eine Fledermaus per Ultraschall wahrnahm, steuern oder auf vollkommen autonomen Fahrbetrieb stellen. Zum Beispiel, wenn er es los schickte, um seine Einkäufe abzuholen.

Er genoss den Luxus der Einsamkeit, den ihm sein elektronischer Freund ermöglichte. Seine Gicht im linken Fuß hatte sich zunehmend verschlechtert und an manchen Tagen konnte er sich nur noch mühsam durch die Wohnung schleppen. Sein Threevec fuhr ihn samt Gepäck zu jedem Ziel innerhalb der Reichweite, das er eingab und folgte ihm, wenn er selbst laufen wollte. Fast so wie ein treuer Hund, nur dass man sich auf einem Hund nicht ausruhen oder von ihm zur Wohnung zurückfahren lassen konnte. Ohne dieses Gefühl der Sicherheit würde er wohl nur selten die Wohnung verlassen.

Der häufig auftretende, dichte Nebel am Meer und das beständige Rauschen der Wellen hatten sich nach Jahren der Angst zu einem vertrauten Freund gewandelt. Niemand störte ihn an diesem entlegenen Stück des Strandes und Robert konnte ganz in Träumen der Erinnerung versinken und sich davon wärmen lassen. Mit seiner Frau war er oft hier am Meer gewesen. Sie hatte das Meer geliebt, bis zu letzten Minute. Als Sportschwimmerin war ihr das Wasser nur selten zu kalt gewesen und sie hatte immer wenigstens zehn Minuten durch die Wogen pflügen müssen.

Er vermisste sie. Seit jenem Moment im Winter war kein Tag vergangen, an dem er sie nicht vermisst hatte. Nachdem er seine Trauer nicht in Alkohol ertränken konnte, da sonst die Gicht unerträglich wurde, hatte er irgendwann sein Schicksal angenommen. Jetzt konzentrierte er sich auf die wunderbaren Momente, die voller Licht und Freude waren. Am Meer fühlte Robert sich ihr am nächsten. So als würden die Wellen ihr herzhaftes Lachen zu ihm tragen, nachdem sie triefendnass auf ihn und das Handtuch in seiner Hand zu rannte, um ihn dann stürmisch zu küssen. Wasser hatte diese Wirkung auf sie gehabt. Er schloss die Augen, spürte den Wind und fühlte ihre zarten Lippen auf seinen.

Plötzlich empfand Robert ein heftiges Kribbeln im Nacken und drehte sich um. Ein junger Mann kauerte im Sand hinter einer Düne versteckt und …

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