Wo ihre Wurzeln liegen

Industriespionage ist in den vergangenen Jahren dramatisch gestiegen. Also wie baut man eine geheime Organisation für einen Spionageroman auf? Eine, die mächtig genug ist, um weltweit Märkte nicht nur auszuspionieren, sondern auch zu beeinflussen. Eine, die gleichzeitig klein genug ist, um flexibel und unerkannt zu bleiben.

Man orientiert sich an dem, was heute in der Wirtschaft üblich ist.

new-york1Es stellte sich heraus, das Alices Wissen aus ihrem Vorleben in der Industrie und Nialls Vorliebe für Spionagegeschichten genau der richtige Mix waren, um die Basis für die Verschwörung zu legen.

Große Konzerne, die weltweit agieren und mit Kunden in allen wichtigen Marktsegmenten zusammenarbeiten, sind in der Regel in einer Matrix organisiert. Oft gibt es ein spezielles Team, manchmal auch mehr als eins, das sich um neueste Geschäftsentwicklungen kümmert. Fast immer berichtet so ein Team direkt an die Geschäftsführung oder den Vorstand.

Nach ein paar Tagen Recherche, bei der die größten Aktiengesellschaften und privat geführte Firmen weltweit unter die Lupe genommen wurden, entstand das Gerüst für Adler Reilly. Eine Beratungsgesellschaft in privater Hand mit gut 30.000 Mitarbeitern weltweit, die international agierende Kunden in allen wichtigen Marktsegmenten berät. Warum Beratung? Die Firma sollte produktunabhängig sein und jedes Marktsegment mit einer vertikal spezialisierten Organisationseinheit betreuen.

Adler Reilly sollte ein Unternehmen mit langer Familientradition sein. Die Gründung der Firma wurde daher ins New York des späten 19. Jahrhunderts gelegt. BIRD wurde nach dem schwarzen Freitag 1929 ins Leben gerufen.

Unter dem Deckmantel von Adler Reilly kann BIRD vollkommen unerkannt agieren. Die kleine Einheit hat über die Jahre hinweg feste Beziehungen zu den wichtigsten Geheimdiensten aufgebaut. Schließlich müssen sie Zugriff auf sämtliche Informationen haben, um stets über alle Entwicklungen Bescheid zu wissen, die Adler Reillys Geschäft schädigen könnten.

Nach dem Platzen der Immobilienblase in 2008 wurde Adler Reilly umstrukturiert und der Hauptsitz der Holding nach Zürich in der Schweiz verlegt. Von dort aus operiert nun auch BIRD.

Es besteht jedoch ein großer Unterschied zwischen echten Unternehmen und Adler Reilly. Denn deren Einheit BIRD versucht den Status quo zu erhalten, in dem Innovation und neue Entwicklungen um jeden Preis beeinflusst werden.

Doch aktuelle Entwicklungen wie etwa der Volkswagen Skandal oder die Aktivitäten der Koch Brüder, um die Verbreitung von Elektroautos zu verhindern, zeichnen ein düsteres Szenario. Es gibt uns schwer zu denken, wie nahe BIRD an der Realität ist, obwohl die eben genannten Details den Autoren in 2013 vollkommen unbekannt waren.

Wie weit sind Konzerne heutzutage wirklich bereit zu gehen, um die Welt zu ihren Gunsten zu beeinflussen?