Richtungswechsel – Leserfeedback

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„Richtungswechsel“ von Alice N. York ist als Print-Ausgabe über den Buchhandel sowie als eBook für alle gängigen Lesegeräte erhältlich.

2019-04-09T08:51:14+00:00

5 Kommentare

  1. Angela Löhr November 24, 2010 um 11:31 am Uhr - Antworten

    Mir hat das Buch sehr gut gefallen.

    Nach Anlaufschwierigkeiten (ich komme weder aus der Solar-Branche, noch bin ich Karrierefrau) hat mich die Handlung nicht mehr losgelassen. Als in der schönen heilen Welt sich sowohl ein privates wie auch berufliches Fiasko ankündigt, konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen. Besonders mitgenommen hat mich die Unfairness, das Geheuchel und die Intrigen der Kollegen.

    Ein gutes Buch, welches sowohl eine private, wie auch Karrieregeschichte erzählt.

    Da ich mir gut vorstellen kann, dass es sich bei dem Buch nicht nur um Fiktion handelt, bin ich wieder einmal froh, dass ich KEINE Karrierefrau geworden bin. 😉

  2. al Juli 2, 2010 um 4:06 pm Uhr - Antworten

    Rezension „Richtungswechsel“ von Alice N. York

    Inhalt:

    Alex führt ein rundum zufriedenes Leben. Mit Sascha meint sie den richtigen Mann an der Seite zu haben und der neue Job ist genau auf sie zugeschnitten. Mit Feuereifer stellt sie sich den vielen innovativen Herausforderungen, die auf sie warten, und wird herzlich in der Firma aufgenommen. Jede Menge Arbeit wartet auf sie, doch das macht ihr nichts aus und ihr rasanter Erfolg gibt ihr Recht. Intuition und Kampfeswille lassen sie mit enormem Geschick aus einem Schlachtfeld nach dem anderen siegreich hervorgehen. Sie verdient sich in kürzester Zeit den Respekt von den Vorgesetzten Thomas und Wolfgang. In ihrem Team sowie bei den Kunden ist sie anerkannt und beliebt. Die kleinen Anzeichen von Wolken am Himmel bemerkt sie weder im Privaten noch in ihrem Job, was ihr letztendlich zum Verhängnis wird.
    Gravierende Ereignisse im Privatleben führen dazu, dass sie sich noch weiter – und auch erfolgreich – in ihre Arbeit stürzt. Doch das ruft nach und nach den Neid ihrer Teamkollegen hervor, die in ihr langsam aber sicher eine Bedrohung sehen.
    Die Anzeichen nimmt sie zwar wahr, doch verdrängt sie diese, weil sie keinerlei Gefahr erkennt.
    Die Krebserkrankung ihrer Mutter, die unerwartet wieder auftritt, belastet sie zunehmend. Prinzipientreu bleibt sie optimistisch und verfolgt unbeirrt die vermeintlichen Ziele ihres Arbeitgebers.
    Als nun auch noch im Arbeitsleben schier unüberwindbare Probleme auftauchen, gelangt sie an ihre Grenzen.
    Doch Alex will nicht aufgeben. Unterstützt durch Freunde und ihre Familie bemüht sie sich um Alternativen.
    Mit einem letzten geschickten Schachzug setzt sie sich gegen ihre Firma durch. Indem sie das tut, was sie verlangen, aber nicht so, wie sie es sich vorgestellt haben.
    Am Ende bleibt ein Hoffnungsschimmer.

    Fazit:

    Alice N. York führt den Leser in eine faszinierende Welt der Solartechnik ein. Wer sich erstmal durch die vielen interessanten Details durchgearbeitet und die Firmenhierarchie erkannt hat, wird mit einer gekonnten Darstellung von (Firmen-)Strategie und dem Arbeitsfaktor Mensch in Wechselwirkung zur Umwelt belohnt.
    Nebenbei kann man noch eine Menge über Solarenergie lernen, auch wenn man sicherlich, rein wissenschaftlich gesehen, nur an der Oberfläche kratzt.
    Die Gefühlsebene nimmt bedächtig zu. Hier fehlt mir zu Beginn ein wenig der „ganze“ Mensch, doch das wird im Laufe des Buches nachgeholt. Zunächst konzentriert sich alles auf den rasanten Aufstieg von Alex in der Firma. Die weitreichenden Verflechtungen über die ganze Welt geben immer wieder Einblick in ungeahnte Dimensionen, selbst die Kultur wird nicht ausgelassen.
    Die Darstellung der Hauptperson ist nachvollziehbar. Alex ist ein Mensch mit Prinzipien mit hohen Ansprüchen an sich selbst. Dabei bleibt sie fair. Daher trifft sie der Verrat der Kollegen und Firmenführung umso heftiger. Warum sie trotz verzweifelter Lösungssuche dennoch scheitert, wird folgerichtig aufgeschlüsselt.
    Der Spannungsbogen nimmt stetig zu, der fragliche Ausgang ihres einsamen Kampfes gegen die Ungerechtigkeit und Mobbing lässt den Leser nicht mehr los.
    Die Beschreibung der Charaktere ist der Autorin gut gelungen. Man sieht sie förmlich vor sich, lachend, zurückhaltend oder provokant lässig. Die Unterschiede sind frappierend, insofern konnte man sich von Anfang an denken, dass es hier Probleme geben musste.
    Die hohe Politik eines großen Unternehmens ist genau auf den Punkt gebracht. Am Ende stellt sich heraus, dass auch die Chefs nicht Herr ihrer eigenen Wünsche sind, oftmals menschlich versagen. Die Ellenbogengesellschaft zeigt ihr wahres Gesicht und die Hintergründe (Entscheidungen auf höchster Ebene) bleiben im Nebel stecken, aber wirken sich dramatisch aus.
    Dieses „Aufdecken“ hat mir am besten gefallen, sozusagen der Richtungswechsel an sich.
    An dieser Stelle ein Kompliment für das Cover des Buches – ein Hingucker, besonders, weil das Spiegelbild gar keines ist.
    Irritiert hat mich ein wenig der Gegensatz in Alex, die ja im Grunde eine perfekt analytische Arbeitsweise besitzt. Warum sie diese Analytik in ihrem Privatleben anfänglich so vernachlässigt, ist rätselhaft, aber vielleicht nicht untypisch für Erfolgsmenschen. Später kann sie das erheblich besser umsetzen.
    Bis zu dem Punkt, an dem Alex die Einzelgespräche mit den Kollegen führt, gehe ich konform mit ihr. Aber schon an diesem Punkt hätte ich den Betriebsrat verstärkt mit ins Boot genommen. Kein Gespräch ohne ihn – zumal er ja bereits involviert ist. Ein einziges Protokoll in den Akten hätte ihr vermutlich schon an dieser Stelle weitergeholfen. Ob letztendlich eine andere Variante als Lösung herausgekommen wäre, steht allerdings in den Sternen. Mobbing hat jedoch solch einen Stellenwert, dass allein das Wort in einer Akte eventuell Berge versetzen könnte.
    Der Schreibstil hat sich innerhalb des Buches verbessert, es liest sich einfach flüssiger. Ab und an ein kleiner Absatz würde den Szenenwechsel übersichtlicher gestalten. Die Kapitelgestaltung über die einzelnen Monate hat mir gut gefallen, konnte man so doch nebenbei die Zeitschiene besser erfassen.
    Als Gesamtwerk lesens- und empfehlenswert sowie treffend in der/n Problematik/en.
    Herzliche Grüße
    al

  3. Franz58 Mai 5, 2010 um 2:31 pm Uhr - Antworten

    Auch von meiner Stelle herzlichen Dank, dass ich Buch vorab zum Lesen bekommen habe. Die geschilderte Problematik „Frauenkarriere in einer Männerdomäne“ war schnell klar, aber dass es so massiv werden kann hat mich dann doch überrascht.

    Nichts desto trotz habe ich ähnliche Vorfälle auch schon in meinem (mönnlichen) Berufsleben erfahren. Kunden, die von den Kollegen ohne Absprache kontaktiert und besucht werden, der Kunde dann mit den abenteuerlichsten Begründungen unbedingt von einem anderen betreut werden muß usw. Auch kann ich gut nachvollziehen, was es bedeutet, den Traumjob aufgrund solcher Machenschaften aufgeben zu müssen.

    Wie man’s ändern kann?
    Da werden wir wohl wieder die „alten Kamellen“ bemühen müssen, die da sind Respekt, Achtung, Miteinander Reden, Ehrlichkeit. das Gute im anderen sehen.

  4. MiDo Mai 3, 2010 um 8:42 am Uhr - Antworten

    Danke für die Möglichkeit das Buch schon Vorab in Händen haben zu dürfen.
    Hier hat jemand wirklich den Finger in die Wunde gelegt. Das Thema erfolgreicher Frauen ist sicherlich ein ganz kritisches in Bezug auf die Begleiterscheinungen. Es gibt immer noch zu wenig „ehrliche“ Kooperation in Arbeitsumgebungen, bei denen Frauen und Männer gleichberechtigt an Themen arbeiten.

    Entweder erzeugen die Frauen Angst bei den Männern older sie werden nicht ernst genommen. Hier ist noch ein ziemlicher Weg zu gehen und dieses Buch ist sicher ein ganz wesentlicher Wegweiser für einen „Richtungswechsel“.

    Abgesehen vom thematischen Inhalt hat mich das Buch sehr berührt. Einfach gut gemacht!

    Michael
    Berlin|München

  5. Simone Weber April 11, 2010 um 3:40 pm Uhr - Antworten

    Danke für den Vorabdruck! Frauen, Karriere, Mobbing- leider ein immer noch vorhandenes und gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise wieder zunehmendes Thema.

    Aus meiner Arbeitspraxis weiß ich, es trifft beide Seiten. Zum einen die Frauen, die eher zurückhaltend sind und leichte Opfer zu sein scheinen. Aber insbesondere auch die Power-Frauen, die eine potentielle Gefahr für den Aufstieg anderer Kollegen darstellen könnten und diesen ihre Unzulänglichkeiten qua ihrer Arbeitseinstellung und ihrer Erfolge aufzeigen.

    Aber in beiden Fällen gilt: Achtsam sein, sich unmittelbar wehren, sich nichts gefallen lassen, Verbündete suchen auf die man sich verlassen kann, dokumentieren und Hilfe suche, sowohl innerhalb des Unternehmens als auch außerhalb. Die persönliche Belastung ist enorm und sollte keinesfalls unterschätzt werden.

    Mit herzlichen Grüßen aus München
    Simone Weber

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